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Geschichten aus dem Klassenzimmer – Gespräch mit der Lehrerin Lemana Terzimehić

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern unserer Lernenden und treue Begleiter, in dieser Rubrik möchten wir Ihnen die Menschen vorstellen, die eine wichtige Verbindung Ihrer Kinder zu Bosnien und Herzegowina darstellen – insbesondere durch das Lernen und Bewahren der bosnischen Sprache.

 

Lehrerin Lemana Terzimehić

 

Unsere aufmerksame, empathische und geduldige Lemana Terzimehić ist die erste Lehrerin, die wir Ihnen vorstellen möchten. Sie hat ihr Studium an der Pädagogischen Fakultät in Sarajevo abgeschlossen. Seit 13 Jahren arbeitet sie mit den jüngsten Schulkindern der Klassen 1 bis 4. In dieser Zeit sind bei ihr bereits drei Generationen von Schülern herangewachsen – vom Schulanfang bis zur weiterführenden Unterstufe.

„Jeder, der seine Arbeit gewissenhaft macht, weiß, dass er eine sehr wichtige Rolle bei der Entwicklung dieser kleinen, großen Persönlichkeiten spielt. Die Mission eines jeden von uns sollte sein, zuerst einen Menschen zu formen und erst danach einen Fachmann“, betont sie.

 

Sprachenlernen und Arbeit mit Kindern in unterschiedlichen Umgebungen

Es ist etwas ganz anderes, in einer Schule in Bosnien und Herzegowina zu arbeiten, wo Kinder Bosnisch als Muttersprache im Alltag hören und verwenden – zu Hause, auf der Straße und in der Schule. Eine ganz andere Herausforderung ist die Arbeit mit Kindern, die nicht in Bosnien und Herzegowina leben, aber die Sprache ihrer Eltern lernen möchten und sie nicht täglich hören.

„In der Arbeit mit Kindern in unserem Kurs ist es wichtig, sie zu motivieren, die bosnische Sprache so viel wie möglich im Alltag zu verwenden. Außerdem leiten wir sie dazu an, Inhalte auf Bosnisch zu lesen. So wird die Sprache ein Teil ihrer Identität. Sehr wichtig ist auch, dass sie die Möglichkeit haben, mit Gleichaltrigen aus der ganzen Welt zu sprechen und dadurch ihr Wissen zu erweitern“, erklärt die stolze Lehrerin.

 

Die Arbeit im Tako Lako Team als besondere Herausforderung

„Ich probiere gerne Neues aus und schaffe gerne Neues, daher war dies für mich ein weiterer Schritt in meiner beruflichen Entwicklung. Die Teilnehmer unseres Kurses benötigen definitiv einen anderen Ansatz, da Bosnisch für sie eine Fremdsprache ist. Angst hatte ich keine, aber die größte Herausforderung war es, meine Denkweise anzupassen und sie nicht als Muttersprachler anzusprechen. Man musste davon ausgehen, dass selbst die grundlegendsten Dinge für sie neu sind, was völlig normal ist. Sie wachsen in Umgebungen auf, in denen sie Bosnisch nicht verwenden, aber Erfahrung formt einen am meisten und zeigt, wie man am besten arbeitet“, sagt Terzimehić.

 

Schultage aus der Perspektive der Lehrerin

Im Laufe ihrer Unterrichtseinheiten, verteilt auf drei Zyklen, haben insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler teilgenommen. Wichtig ist zu erwähnen, dass die Gruppen in diesem Team klein sind und in der Regel fünf bis sieben Lernende umfassen. So sieht die Lehrerin ihre Schülerinnen und Schüler im Unterricht…

„Die Kinder lieben unseren Unterricht, und das zeigt, dass wir als Team Qualität bieten und dass die Eltern uns vertrauen. In unseren Stunden ist es immer interessant, es gibt viel Lachen und Spaß, besonders mit den jüngeren Kindern. Teenager sind etwas zurückhaltender und ernster, aber genauso fleißig und motiviert. Oft schließen sich auch Eltern kurz an. Wir machen Witze, singen ein Lied und arbeiten dann weiter.“

 

Geduld als zentraler Bestandteil der Arbeit mit Kindern

„In den ersten Stunden sind die Kinder meist schüchtern und zurückhaltend. Schritt für Schritt bauen wir Vertrauen auf und sie entspannen sich. Mein Ziel ist es, dass sie die bosnische Sprache ohne Angst verwenden, unabhängig von Fehlern. Man kann nicht lernen ohne Versuche, Fehler und erneute Versuche.“

Ein Zyklus umfasst zehn Unterrichtseinheiten. Wichtig sind realistische Erwartungen – sowohl vom Tako Lako Team als auch von den Eltern der teilnehmenden Kinder –, so die Lehrerin Lemana.

„Es ist unmöglich, in kurzer Zeit den Wortschatz deutlich zu erweitern oder grammatische Regeln vollständig zu beherrschen. Was jedoch erreicht wird, ist Motivation und die Freiheit, die Sprache in alltäglichen Familiensituationen zu verwenden. Die echten Ergebnisse sieht man und kann man erst nach zwei bis drei Zyklen beurteilen. Es ist ein besonderes Gefühl zu hören, dass ein Kind die Sprache erfolgreich verwendet und dabei korrekte Sätze bildet. Die größte Bestätigung kommt von den Eltern, die berichten, dass ihre Kinder nun gerne mit Familienmitgliedern auf Bosnisch sprechen, selbstständig kommunizieren und sich mit Kindern aus demselben Sprachraum austauschen.“

„Die Superlehrerin“, wie sie von Schülern und Eltern oft genannt wird, betont, dass ihr eine freundschaftliche Beziehung zu den Kindern am wichtigsten ist. Wenn sich die Kinder entspannen, lernen sie leichter, und wenn sie nach Bosnien und Herzegowina kommen, möchten sie ihre Lehrerin oft persönlich treffen. Das erfüllt sie mit besonderer Freude und bestätigt ihr, dass sie ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat.

 

Zum Abschluss dieses Gesprächs

Das Gespräch mit der Lehrerin Lemana Terzimehić zeigt, wie wichtig Geduld, Engagement und Verständnis in der Arbeit mit Kindern sind. Ihre Erfahrung bestätigt, dass Lehrkräfte eine Schlüsselrolle nicht nur in der Bildung, sondern auch in der Erziehung und Motivation der Kinder spielen.

Wenn Ihnen diese Geschichte gefallen hat und Ihnen die Arbeit unserer Lehrerinnen nähergebracht hat, könnten Ihnen auch weitere Interviews und Texte auf dem Tako Lako Blog gefallen, wo wir ähnliche Geschichten, Erfahrungen und inspirierende Gespräche aus der Welt der Bildung und des Sprachenlernens teilen.