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Geschichten aus dem Klassenzimmer – Gespräch mit der Lehrerin Ilhana Šahinović

Ilhana Šahinović. Unsere superenergetische Lehrerin, die superenergetisch in das Online-Klassenzimmer kommt und ihre Schüler in den Morgenstunden mit ihrer besonderen Energie aufweckt.

 

Lehrerin Ilhana Šahinović

 

Die 26-Jährige wurde in Zenica geboren, einer Stadt am gleichnamigen Fluss, ebenso wie unsere Heimat Bosnien und Herzegowina. Vom Fluss Bosna ist sie nicht weit weggegangen. Sie lebte in Kakanj und zog später mit ihrem Ehemann Edin nach Sarajevo. Bosnien hat sie zu seiner Quelle geführt.

Ilhana hat die Philosophische Fakultät in Zenica abgeschlossen, Fachbereich Bosnisch/Kroatisch/Serbisch Sprache und Literatur.

„Da ich jung bin und es für uns junge Menschen leider sehr schwer ist, einen Job im Bildungswesen zu finden, habe ich nur kurz in einer Grundschule gearbeitet (neun Monate). Ich habe Muttersprache allen Altersgruppen unterrichtet und dabei Erfahrungen gesammelt, die mir in der weiteren Arbeit mit Kindern geholfen haben“, erzählt uns die superenergetische Lehrerin über ihre Berufserfahrung.

 

Durch Sprache lernt man viel mehr

Sie ist der Meinung, dass die Arbeit in der Schule, im Klassenzimmer, vor der Tafel eine große Verantwortung erfordert, da Lehrkräfte nicht nur Menschen sind, die bestimmte Teile der Wissenschaft vermitteln.

„Lehrerinnen und Lehrer sind in erster Linie Menschen, die ihre Schüler erziehen, sie schützen, sich um sie kümmern, ihnen gesunde und richtige Lebensgewohnheiten zeigen und sie lehren, auf ihre Gefühle zu achten, und erst danach vermitteln sie das Wissen aus dem Lehrplan.“

All das ist eine große Verantwortung, wie Ilhana betont, aber am Ende gibt es kein schöneres Gefühl, als zu sehen, dass ein Kind das anwendet, was man ihm beigebracht hat.

 

Verbindung zwischen Kultur, Verbundenheit und Zugehörigkeit

Auf der Jobsuche stieß sie auf eine Tako Lako Anzeige und fragte sich, was sich dahinter verbirgt. Für sie war die Erkenntnis besonders, dass Eltern den Wunsch äußern, dass ihre Kinder die Sprache lernen, die ihre eigene Muttersprache ist, aber nicht die ihrer Kinder.

„Kinder, deren Eltern aus Bosnien und Herzegowina stammen, sollten die bosnische Sprache lernen. Das ist ein sehr wichtiger Teil ihres Lebens – angefangen bei der Verständigung mit der Verwandtschaft bis hin zum Verständnis der Kultur und des Raums, aus dem ihre Eltern stammen, sowie der Identität, die sie tragen. Das Erlernen einer Sprache kann man nicht ohne das Erlernen der Kultur und Gewohnheiten eines Volkes, der Geografie und sogar der Geschichte denken“, sagt diese superenergetische Lehrerin.

Sie unterrichtete Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren aus verschiedenen europäischen Ländern wie Dänemark, Deutschland, England…

 

Bosnisch als Fremdsprache

„Besonders schwer war es für mich, meine Erwartungen zu senken. Ich hatte Angst vor dem Online-Schulsystem und davor, Bosnisch als Fremdsprache zu unterrichten. Das war keine leichte Aufgabe, aber gleichzeitig eine große Herausforderung. Ich mag schwierige Aufgaben, weil ich sie dann so gut wie möglich löse (mit viel Arbeit und Einsatz). Am wichtigsten war mir zu verstehen, dass ich jetzt nicht meine Muttersprache unterrichte, wie es selbstverständlich wäre, sondern sie als Fremdsprache vermittle“, betont Ilhana und ergänzt, dass dies der wichtigste Unterschied zwischen der Arbeit mit Kindern in Bosnien und Herzegowina und der Arbeit mit Kindern in der Diaspora ist.

Sie freut sich sehr auf ihre Unterrichtsstunden. Dabei gibt es viele interessante Situationen.

„Manchmal erfinden wir sogar neue Wörter. ☺

-Lehrerin: Wie nennt man einen Mann, der Menschen die Haare schneidet?-Schüler: Šišar.

-Lehrerin: Und eine Frau?

-Schüler: Šišarka.

Nicht nur die Schüler lernen, sagt die Lehrerin, sondern auch sie selbst, denn jede Stunde bringt neues Wissen und neue Erfahrungen.

„Die ersten Stunden verliefen enthusiastisch, aber auch mit einer gewissen Zurückhaltung und Vorsicht, während die letzten bis zur letzten Minute mit Gesprächen gefüllt waren. Ich habe den Fortschritt jedes Kindes gesehen, ihren Lernwillen und unser gemeinsames positives Ergebnis. Am Ende war alles TAKO LAKO“, schließt die superenergetische Lehrerin Ilhana Šahinović.

 

Zum Abschluss des Gesprächs

Dieses Gespräch erinnert uns daran, dass hinter jedem Klassenzimmer viel mehr steht als nur Lehrpläne und Programme. Es stehen Hingabe, Geduld und der Wunsch, Wissen den Kindern auf sinnvolle und nahe Weise zu vermitteln.

Sprachenlernen wird dabei auch zum Lernen über Kultur, Identität und die Verbindung zu den eigenen Wurzeln, und das Klassenzimmer wird zu einem Raum des Wachstums und Verständnisses – sowohl für Schüler als auch für Lehrer. Wenn Wissen mit Aufmerksamkeit und Herz vermittelt wird, kann Lernen wirklich viel mehr sein, als wir uns vorstellen.

Dieses Gespräch war nur eines von vielen ähnlichen Texten auf unserem Blog. Dort erwarten Sie weitere Geschichten, Erfahrungen, praktische Einblicke und vieles mehr – jede mit ihrer eigenen Perspektive und wertvollen Lektion.