Lehrerin Samira ist das jüngste Mitglied des Teams. Mit ihrem Lächeln bringt sie positive Energie sowohl unter die Kolleginnen und Kollegen als auch unter die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Sie arbeitet an einer Grundschule in Sarajevo. Über sich selbst sagt sie, dass sie im Herzen immer noch ein Kind ist und das auch nicht ändern möchte. „Ich freue mich über kleine Dinge, bin begeistert von Kleinigkeiten, verstehe Ungeduld, liebe ihr Lächeln und bin genauso laut wie sie“, fährt sie fort.

Neben dem Wunsch, „Lehrerin zu werden, wenn sie groß ist“, also eine Lehrerin der ersten bis vierten Klasse, wollte sie auch Muttersprache studieren und diese unterrichten. Die Liebe zu den kleinen Kindern hat überwogen, aber ihre große Leidenschaft für Sprache ist geblieben, die sie auch im Unterricht einsetzt, da sie der Meinung ist, dass die Kenntnis der Muttersprache im frühen Alter sehr wichtig ist, wenn nicht sogar die wichtigste. Sie fährt fort: „Während der Pandemie hatte ich die Gelegenheit, Online-Unterricht zu geben, was für mich sehr interessant war, da es eine neue Ebene der Arbeit und des Kennenlernens der Kinder war. Als ich von Tako Lako erfahren habe, hat sich bei mir sofort eine ‚Lampe eingeschaltet‘, und das war es. Muttersprache lernen + Online-Unterricht ist für mich die perfekte Kombination, und ich bin glücklich, dass gerade ich damals als neue Lehrerin dieses Teams ausgewählt wurde“, erzählt sie begeistert.
Sie ist die jüngste Mitarbeiterin im Team. Das hat sie jedoch nicht daran gehindert, sich an die Arbeit und Kommunikation anzupassen. Sie hat sich gefragt, wie sie das alles schaffen würde, aber mit Hilfe der anderen Superlehrerinnen verlief alles ohne größere Probleme. Von Anfang an gab es Unterstützung und Hilfe für jede Situation, Gespräche mit dem Team – all das hat dazu beigetragen, dass sie sich inzwischen als jüngstes Mitglied der kleinen Familie namens Tako Lako fühlt.
Über ihre Teilnehmer spricht sie mit besonderer Begeisterung: „Mit mir lernen Schüler aus Schweden, Deutschland, Dänemark, Frankreich bis hin zu den Vereinigten Staaten. Aus verschiedenen Teilen der Welt lernen wir uns kennen und erfahren interessante Dinge, die wir sonst nicht wissen würden. Neben der Muttersprache spreche ich gerne mit ihnen über ihr Schulsystem, ihre Fächer und Ferien, da es für mich sehr interessant ist, weil es sich vom Bildungssystem unterscheidet, in dem ich selbst war und in dem ich arbeite.“
Neben dem Lernen und dem Kennenlernen von Bosnien und Herzegowina sowie Gleichaltrigen mit ähnlichem Hintergrund gibt es im Unterricht viel Lachen und Spaß: „Schon bei der Frage musste ich lachen. Es gibt Situationen, in denen ich versuche, Wörter in ‚ihren‘ Sprachen auszusprechen, was für mich und für ihre Ohren ein süßes Leiden ist, aber sie geben sich große Mühe, mich zu korrigieren. Eine Situation, die mir im Kopf geblieben ist: In der letzten Stunde haben wir darüber gesprochen, was jeder später einmal werden möchte, und ein Junge sagte ‚Hacker‘, während ich ‚Bäcker‘ verstanden habe, also mussten wir das mehrmals wiederholen, um uns zu verständigen.“
Wir wissen und glauben, dass Familien in der Diaspora in einer schnellen und „verrückten“ Welt leben und manchmal vergessen, in welcher Sprache sie mit ihren Kindern sprechen sollen, sodass die Zeit vergeht und sie merken, dass die Muttersprache in den Hintergrund geraten ist. Zum Schluss sagt sie: „Machen Sie sich keine Sorgen, wir sind gemeinsam hier, um Ihnen als Eltern zu helfen! Mit vereinten Kräften – wir als Lehrerinnen, Sie als Eltern und die Kinder – glauben wir, dass Sie bald ohne große Mühe Zeit mit Freunden und Verwandten in Bosnien und Herzegowina verbringen können, ohne ‚Übersetzer‘ zu sein. Herzlich willkommen!“
Nach diesem Gespräch bleibt ein schöner, ruhiger Eindruck, wie nach einem guten Gespräch bei einer Tasse Kaffee, bei dem man noch wegen kleiner Dinge lächelt. Genau diesen Eindruck hinterlässt auch Lehrerin Samira: direkt, ehrlich und engagiert, aber vor allem sie selbst.
Aus ihren Geschichten sieht man, dass der Unterricht nicht nur aus Plänen und Programmen besteht, sondern ein Raum ist, in dem Vertrauen aufgebaut wird, eine warme Atmosphäre entsteht und kleine alltägliche Situationen zu Erinnerungen werden, die lange bleiben. Ob ein falsch verstandenes Wort oder gemeinsames Lachen – genau diese Dinge geben allem eine besondere Magie.
Und vielleicht liegt genau darin die ganze Essenz: in diesen kleinen Momenten, die bleiben und dafür sorgen, dass man sich immer wieder gerne auf neue Begegnungen und Gespräche freut.
Wenn Ihnen dieses Gespräch gefallen hat, sind wir sicher, dass Ihnen auch die anderen Geschichten auf unserem Blog gefallen werden. Jede trägt etwas Eigenes in sich – ein wenig Inspiration, ein Lächeln und einen Gedanken, der auch nach dem Lesen bleibt.
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